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sat28may19:00Girl BossesVortrag19:00

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Vortrag und Diskussion mit Tina Sanders

In Kooperation mit dem Referat für Antirassismus und Antifaschismus des AStA der Universität Trier

Die Grünen fordern ihre Verschärfung, in privaten Unternehmen gilt sie bereits für Vorstände und Aufsichtsräte, öffentliche Institutionen sind zu ihrer Umsetzung ob der Gesetze zu gender mainstreaming bereits seit Jahren verpflichtet: die Frauenquote und ihre Befürwortung gelten als dem feministischen common sense zugehörig. Großes Potential zur Gesellschaftsveränderung und Frauenförderung wird ihr im Rahmen des Diskurses zugesprochen: So soll sie sowohl dem Arbeitsklima in Unternehmen als auch deren Gewinn sehr zuträglich sein, eine Vorbildwirkung auf Mädchen und junge Frauen ausüben, die zur Reproduktion der Klasse(ninteressen) sozialisiert werden indem sie der feministischen Selbstverwirklichung als girl bosses nachgehen. Ein Normalisierungseffekt bei den vor allem männlichen Kollegen wird ihr außerdem im Hinblick auf die Präsenz von Frauen in der Führungsriege nachgesagt. Den kapitalistischen Status Quo zementierende, jedoch gleichberechtigte Teilhabe, Chancengleichheit und Geschlechtergerechtigkeit sollen so erzielt werden. Abbau des Patriarchats: Ja! Die Umwerfung aller Verhältnisse, in denen Frauen im Konkreten und die Gesellschaft im Allgemeinen zu erniedrigten, geknechteten, verlassenen, verächteten Wesen degradiert werden: Fehlanzeige!

Unter Bezugnahme auf die Thesen von Marx und Engels, die der Kritischen Theorie, aber auch Boltanski und Chiapello, Andreas Reckwitz, Nancy Fraser und einiger anderer soll dargestellt werden, wie im post- bzw. spätmodernen Kapitalismus die Frauenquote als Teil der Ideologie der liberalfeministischen Identitätspolitik ein Bindeglied in der unheiligen Allianz zwischen Kapital und Feminismus fungiert und trotz ihres Narrativs als am Wohl der (weiblichen) Gemeinschaft orientiert, mehr den Klasseninteressen der „Akademiker-“ und der „Oberklasse“ (Reckwitz 2018) dienlich ist als dem Großteil der weiblichen Arbeitnehmer.“

Tina Sanders ist Politologin und Soziologin und lebt in Leipzig. Sie beschäftigt sich mit Antisemitismus und Frauenrechten im internationalen Kontext sowie der Kritik von Kapitalismus, Islam und Identitätspolitik. Ihre Artikel sind bisher u.a. in der Sans Phrase, der Jungle World und dem Platypus Review erschienen.


Corona-Spielregeln (Stand 1.5.2022)


  1. Zumal die Pandemie politisch scheinbar bis auf weiteres für beendet erklärt wurde, wollen wir nicht länger gegen Windmühlen kämpfen. Fortan gilt also auch bei uns das Prinzip „Eigenverantwortung“, sprich:
  2. Wir wären dankbar, würdet ihr euch weiterhin zeitnah vor jeder Veranstaltung selbst testen. Ferner liegt es in eurem eigenen Interesse, nicht ohne vollständigen Impfschutz gegen das SARS-CoV-2-Virus (inkl. Booster) teilzunehmen.
  3. Wer die Impfung grundsätzlich verweigert, ist nicht willkommen.
  4. Klopft mit uns auf Holz, dass sich das böse Erwachen von letztem Herbst dieses Jahr nicht wiederholen möge.

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